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Hier werden Themen angesprochen, die sich mit dem Wert der Arztzeit befassen.

Arztpraxen sind systemrelevant
Leserbrief saez.ch, 03.06.2020

Aerzte gehen leer aus (Tagesanzeiger 17.04.2020)
Wegen der Coronavirsussituation aber besonders auch wegen den vom Bundesrat verordneten, spezifisch die Praxen betreffenden Einschränkungen, haben niedergelassene Aerzte im März/April deutlich geringere oder keine Umsätze erwirtschaften können. Gleichzeitig haben die Aerzte viel Frontarbeit geleistet mit Information/Beruhigung der Patienten/Arbeitgeber/Bevölkerung. Bei dieser Arbeit haben sich die Aerzte auch einem beträchtichen Risiko einer Coronainfektion ausgesetzt. Dies, mit oftmals sehr geringer Unterstützung von behördlicher Seite (Stichwort: Schutzmaterial). Jetzt bekommen viele Selbtändigerwerbende Geld aber die Aerzte gehen leer​​​​​​​ aus. Das ist nicht korrekt und nicht zu akzeptieren! (17.04.2020)


Dringlichkeitspauschale für dringliche Telefonate ist dringlich einzuführen. 
In der Coronakrisenzeit merken wir besonders, wie sehr die Dringlichkeit für dringliche Telefonate fehlt. Wir Aerzte/innen beraten oft die Patienten dringlich. Helfen so den Patienten, ihren Familienangehörigen, ihren Arbeitgeberinnen und der ganzen Gesellschaft. Aber wo bleibt die adäquate Entschädigung für die Dringlichkeit? (27.03.2020).

Administrative Zeitaufwendungen müssen besser honoriert werden.
Im VVG-Bereich dürfen die Aerzte/innen die Honorare gemäss dem freien Markt erheben. Nicht wenige Versicherungen geben Honorare an, die vor 20 Jahren angemessen waren aber heute viel zu tief sind.  Im VVG-Bereich gibt es aus kartellrechtlichen Gründen  keine Verträge zwischen Aerztegesellschaften und Versicherungen. Daher gibt es in diesem Bereich für das Ausstellen von Zeugnissen und Berichten keinen vereinbarten Tarif - es gilt der freie Markt. Man darf also höhere Honorare verrechen, als der durch die Versicherung auf der Anfrage empfohlene Betrag. Sie entscheiden auch, wie wertvoll Ihre Arztzeit ist.  Im Zweifelsfall sind die Kosten für den einzelnen Bericht vorher mit der Versicherung zu vereinbaren. (29.02.2020)

Zeitaufwendungen rund um die Coronavirus-Informationsverarbeitung (e-mails/Briefe/Pressekonferenzen von BAG, Aerztegesellschaften, kant. Gesundheitsdirektionen usw.) sollten von den Fachgesellschaften/FMH in Form von einer Kernfortbildungsgutschrift honoriert werden.
Mit enormem Engagement verarbeiten die niedergelassenen Aerzte/innen (auch die Kollegen/innen im Spital) die fast täglich neu eintreffenden Informationen verschiedener offizieller Stellen. In dieser schwierigen Zeit wollen wir mit voller Kraft unsere Patienten, die Bevölkerung und die Behörden bestmöglich mit den richtigen Informationen/Handlungen unterstützen. Das hat jetzt oberste Priorität.
Später, wenn dann die Krise mit Hilfe der niedergelassenen Aerzte/innen und Spitalkolleg/innen bewältigt sein wird, sollten man daran denken, dass diese Zeitaufwendungen, die nirgends verrechnet werden können, in einer adäquaten Form honoriert werden. Als gute Anerkennungsmöglichkeit sehe ich eine Gutschrift der Kernfortbildungspunkte durch die Fachgesellschaften/FMH. Die Grösse der Gutschrift (Kernfortbildungspunkte) müsste zum adäquaten Zeitpunkt von den genannten Gremien festgelegt werden. Dieser Denkanstoss macht besonders auch deshalb Sinn, weil durch die Coronavirussituation etliche Kernfortbildungen ab März 2020 abgesagt werden müssen (Bsp. Davoser Kongress; Fortbildungsveranstaltungen an Universitässpitäler).(29.02.2020)